Nach langer Zeit habe ich eine mir bekannte Location besucht. Dort arbeiten mehrere Prostituierte.Aber im Gegensatz zu einem Laufhaus wird man dort von einer Empfangsdame begrüßt und auf ein Zimmer geleitet. Im Anschluss stellen sich die Damen vor, die gerade frei sind. Damit wird dem Kunden, wieder anders als im Vergleich zum Laufhaus, das aktive Zugehen auf eine Frau ebenfalls abgenommen.
Die Vorstellung läuft im Prinzip immer nach dem gleichen Muster ab. Die Tür geht auf, die Frau, bekleidet mit Dessous, kommt herein, stellt sich kurz mit ihrem Namen vor, reicht dem Kunden dabei die Hand und geht wieder. Einige Frauen beschränken sich auf diese einfachen Ablaufschritte und kaum, dass man sich den Namen gemerkt hat, sind sie schon wieder zur Tür hinaus gegangen. Andere geben sich in diesem kurzen Moment des ersten Eindrucks deutlich kommunikativer. Sie lächeln den Gast freundlich an, bringen eventuell auch noch ein paar kurze, freundliche Worte zur Begrüßung über ihre Lippen.
Es hat schon etwas paschahaftes an sich, auf diese Weise sich eine Frau für den anschließenden Paysex auszusuchen. Wahrscheinlich macht das und das gepflegtere Ambiente aber gerade den Erfolg solcher Einrichtungen aus. Außerdem wird dort viel mehr Wert auf Diskretion gelegt. In einem Puff im Bahnhofsviertel geht man mit mehreren Männern gleichzeitig durch die Gänge und an den Zimmern vorbei. Auch, wenn man die anderen potenziellen Freier nicht kennt, mag dieses geringere Maß an Anonymität abschreckend wirken. In dem anderen Etablissement kommt viel häufiger das Gefühl auf, dass sich die ganzen Anstrengungen auf nur einen Gast konzentrieren. Diesen Anschein versucht man auch in Zeiten des Hochbetriebs zu wahren. Immer ist man darauf bedacht, dass sich die männlichen Gäste nicht begegnen, sei es auf dem Weg zum Bad oder beim Verlassen der Räumlichkeiten. Allerdings entrichtet man dafür auch ein wesentlich höheres Honorar.
Bei diesem Besuch entschied ich mich übrigens für die Frau, die bei der Vorstellung am sympathischsten gewirkt hat. Ich bilde mir ein, dass genau dieser erste positive Eindruck meine Wahl entscheidend beeinflusst. Besondere Präferenzen hinsichtlich Haarfarbe oder anderer körperlicher Merkmale, habe ich nicht.
Damit bin ich als zahlender Pascha wohl leicht zufrieden zustellen.